Limonade – die sĂŒĂŸe Erfrischung

Gelb-Orange, fruchtig, prickelnd und sĂŒĂŸ – das sind wahrscheinlich die ersten Assoziationen, die Du bei dem Wort “Limonade” hast. Aber hier geht es um weit mehr als nur Fanta! Was ist eigentlich Limonade bzw. Wann darf man etwas Limonade nennen? Wo hat das GetrĂ€nk seinen Ursprung, welche Inhaltsstoffe sind erlaubt und was sind eigentlich die außergewöhnlichsten Limonadensorten?

Und ja – fĂŒr alle die danach suchen haben wir auch ein paar Limonaden-Rezepte gesammelt. So steht Deiner fruchtigen und alkoholfreien Sommer-Erfrischung wirklich nichts mehr im Weg!


Was ist eine Limonade?

Die Limonade zÀhlt zu den ErfrischungsgetrÀnken, welche im Deutschen Lebensmittelbuch wie folgt definiert werden:

Ein ErfrischungsgetrĂ€nk basiert auf Wasser (Trinkwasser, natĂŒrliches Mineralwasser oder Quell- und/oder Tafelwasser) und geschmacksgebenden Zutaten.

ErfrischungsgetrĂ€nke dĂŒrfen noch einige weitere Zutaten enthalten, allerdings ist Alkohol hiervon ausgeschlossen! Ebenso zu den ErfrischungsgetrĂ€nken zĂ€hlen die Fruchtschorlen, die FruchtsaftgetrĂ€nke und die Brausen.

Enjoy Lemonade!
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Ursprung – Wie ist die Geschichte der Limonade?

Zur Geschichte der Limonade gibt es nicht sonderlich viel zu erzÀhlen bzw. nur wenige eindeutige Nachweise.

Der Limonade sehr Ă€hnlich war ein ErfrischungsgetrĂ€nk der römischen Antike – die sogenannte Posca. Posca war eine Mischung aus Trinkwasser und einem Schuss Essig. Die Geschmacksvariation entstand durch die verwendete Essigmenge und natĂŒrlich auch die Fruchtsorte, aus welcher der Essig gewonnen wurde. Ja so Ă€ndern sich die Zeiten! Wasser mit Apfelessig kennen wir heute als natĂŒrliches “Hausmittel”, welches gesundheitliches Wohlbefinden fördern soll. Als genĂŒssliches ErfrischungsgetrĂ€nk kommt es uns aber sicherlich nicht in den Sinn 😉

Limonade, wie wir sie heute kennen.

Erste Nachweise der heutigen Form der Limonade finden sich im 16. Und 17. Jahrhundert in Spanien und am Dresdener Hof trank man Ende des 17. Jahrhunderts Limonaden von Zitronen, Rosen, BeerenfrĂŒchten, Quitten oder unter anderem auch Zimt. Das klingt doch schon nach einer tollen Auswahl!

Den Siegeszug machte allerdings zunĂ€chst im 19. Jahrhundert der Urtyp der modernen Limonade, nĂ€mlich der englische Lemon Squash – ein GetrĂ€nk aus Wasser, Zucker und Zitronensaft.  Diese klassische Zitronenlimonade erfreute sich schnell großer Beliebtheit und wurde daher bald mit synthetischen Ersatzstoffen hergestellt, um den stark steigenden Absatzzahlen gerecht zu werden.

Je beliebter die Limonade wurde, umso schneller wuchs die Anzahl der GetrĂ€nkehersteller fĂŒr das beliebte ErfrischungsgetrĂ€nk.

Lemon Squash
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Die beliebtesten Limonaden-Marken 

Schaut man auf Ranking-Auswertungen auf Statista, so findet man erstmal nur die bekannten Global Player und da Cola ebenso eine Limonade ist, kannst Du dir jetzt auch denken, was an Platz 1 der beliebtesten Marken steht! 

Knapp 30% der Befragten gaben allerdings an, Handelsmarken großer Supermarktketten zu trinken und gut 20% tranken auch andere kleinere Marken, die es nicht in diese Rangliste geschafft haben. 
(Quelle: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/175764/umfrage/konsumierte-marken-von-limonaden-cola-und-energygetraenken/) 

Trotzdem – hier ist ein Ranking der beliebtesten Marken fĂŒr Limo, Cola und Energydrinks aus 2021: 

  1. Coca-Cola 
  2. Fanta 
  3. Coca-Cola light 
  4. Mezzo Mix 
  5. Coca-Cola Zero 
  6. Schweppes 
  7. Red Bull 
  8. Spezi 
  9. Pepsi Cola 
  10. Lipton 
  11. Bionade 
  12. Schwipp Schwapp 
  13. Granini Die Limo 
  14. Sinalco 

Bitterlimonaden – wenn’s mal was herber sein soll!

Neben Cola gibt es weiter ErfrischungsgetrĂ€nke, die zu den Limonaden zĂ€hlen, und die Du dort wohl nicht direkt einordnen wĂŒrdest – die Bitterlimonaden.

Wird der Limo Chinin als Bitterstoff zugesetzt, erhÀlt man eine Bitterlimonade. Die Menge an Chinin, die GetrÀnken zugesetzt werden darf, ist lebensmittelrechtlich festgelegt. Die Höchstmenge in alkoholfreien GetrÀnken liegt in Deutschland bei 85 mg / Liter.

Folgende Bitterlimonaden gibt es:

Tonic Water
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Tonic Water

Dieses chininhaltige, mit KohlensÀure versetzte und meist farblose ErfrischungsgetrÀnk ist wohl eine der bekanntesten Bitterlimonaden.

Mittlerweile ist der Chiningehalt auf maximal 85 mg/L begrenzt, aber das war nicht immer so! Bis ins 20. Jahrhundert galt Tonic Water mit seinem wesentlich höheren Chiningehalt als “stĂ€rkendes Mittel” gegen Malaria und musste in vielen europĂ€ischen Kolonialarmeen regelmĂ€ĂŸig zur Vorbeugung getrunken werden. Um das Tonic im Prinzip zu “verdĂŒnnen” und geschmacklich ertrĂ€glicher zu machen, mischten die Soldaten es mit Gin – die Geburtsstunde des bekannten Gin Tonic Longdrinks 😉

Übrigens: Dank des Chinin-Gehalts leuchtet Tonic Water im UV-Licht!

Bitter Lemon
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Bitter Lemon

Im Gegensatz zu Tonic Water ist Bitter Lemon (engl. FĂŒr bittere Zitrone) leicht milchig-trĂŒb. Die wohl bekannteste Bitter Lemon Limonade von Schweppes hat einen Chiningehalt von 34mg pro Liter.
UrsprĂŒnglich wurde das GetrĂ€nk aus Zitronen hergestellt und von den Kolonialheeren ebenso zur Vorbeugung gegen Malaria getrunken. Heute reicht nicht nur der Chinin-Gehalt dafĂŒr nicht mehr aus, sondern Bitter Lemon enthĂ€lt auch nur noch wenige Prozent Zitronensaft – meist CitronensĂ€ure als Ersatzstoff sowie natĂŒrliche und kĂŒnstliche Aromen.

Als geschmackliche Varianten zum Zitronengeschmack gibt es auch noch “Bitter Grapefruit” und “Bitter Orange” Limonaden.

Ginger Ale
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Ginger Ale

Ginger Ale (deutsch “Ingwerbier”) kommt zwar ohne Chinin daher, zĂ€hlt aber aufgrund seiner Zusatzstoffe (natĂŒrliches Ingwer) ebenso zu den Bitterlimonaden.  Man mag es kaum glauben, aber Ginger Ale wurde von einem deutschen Uhrmacher und Silberschmied Jacob Schweppe (1740-1821) erfunden. Schweppe… ja Du liegst richtig, wenn Du hier einen Zusammenhang zur Marke Schweppes vermutest! Ginger Ale galt damals ĂŒbrigens als “Champagner unter den Softdrinks”, da es nur in Champagnerflaschen verkauft wurde! Die Limonade mit dem natĂŒrlichen Ingwergeschmack und der leichten SĂŒĂŸe hat noch heute viele AnhĂ€nger.

Schweppes

Jacob Schweppe grĂŒndete nicht nur die GetrĂ€nkemarke Schweppes, sondern entwickelte 1780 auch das sogenannte “Geneva-System”, welches die Herstellung großer Mengen mit KohlensĂ€ure versetztem Mineralwasser ermöglichte. Die KohlensĂ€ure diente dazu, das Wasser in Flaschen lĂ€nger haltbar zu machen. Schließlich wurde einfaches Brunnenwasser einmal in Flaschen gefĂŒllt schnell grĂŒn und ungenießbar.

Einziger Haken war, dass das Gas durch die trockenen Flaschenkorken ziemlich schnell entwich. Eine “Egg-Bottle” erwies sich aber als pragmatische Lösung fĂŒr das Problem. Die Flasche in Form eines Ei’s konnte nicht aufrecht stehen, sondern nur liegend gelagert werden. Dadurch blieb der Korken feucht, was die KohlensĂ€ure in dem Wasser beließ und es somit lĂ€nger haltbar machte.



Cola ist auch nur eine Limo!

Klingt komisch – ist aber wahr! Cola ist letztendlich auch “nur” eine Limonade, aber eben eine coffein- und kohlensĂ€urehaltige Limonade.

Und nicht nur irgendeine, sondern in Deutschland die mit großem Abstand beliebteste Limonade. In 2021 lag der pro Kopf Verbrauch von Limonade bei rund 75 Liter und alleine ca. 45 Liter davon waren Cola und Cola-MischgetrĂ€nke (Quelle: Wirtschaftsvereinigung Alkoholfreie GetrĂ€nke e.V).

Neben Wasser, Zucker, KohlensĂ€ure, PhosphorsĂ€ure (frĂŒher ZitronensĂ€ure) und Coffein enthĂ€lt die Cola als geschmacksgebende Inhaltsstoffe Kolanuss, Vanille, Zimtöl, Nelkenöl und Zitrone. Die dunkle FĂ€rbung entsteht durch die Zugabe von Zuckercouleur.

Funfact: In allen Regionen der Erde schmeckt die Cola anders, da unterschiedliche Wasser- und Zuckersorten zur Herstellung verwendet werden! In Europa verwenden wir grĂ¶ĂŸtenteils RĂŒbenzucker, in den USA Maissirup und in Asien Rohrzucker.

Cola ist auch nur eine Limo!
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Cola ist auch nur eine Limo!
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Was ist eine Brause und worin besteht der Unterschied zur Limonade?

In manchen Regionen Deutschlands (u.a. in Ostdeutschland) ist Brause nur ein sprachliches Synonym fĂŒr Limonade. Aber laut dem deutschen Lebensmittelbuch grenzen sich Brausen von den Limonaden dadurch ab, dass kĂŒnstliche oder naturidentische Aromastoffe enthalten sind.

Brause kann dann auch schon mal Tannenwald-Geschmack haben (z.B. Wostok Tannenwald) und auf den Flaschen finden sich Bezeichnungen wie “Brause mit Waldmeister-Geschmack“ oder “Brause mit Rosmarin-Aroma“.

Brause, oder Limonade?
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Ist Fassbrause Limonade?

Die Fassbrause in ihrer ursprĂŒnglichen Form ist eine Limonade aus natĂŒrlichen Frucht- und KrĂ€uterzusĂ€tzen sowie Malzextrakt. (Malzextrakt ist ein aus Gersten-Malz hergestellter Sirup.) 

Bereits im Jahr 1908 erfand der Chemiker Ludwig Scholvien aus Berlin fĂŒr seinen Sohn die Fassbrause, um ihm ein alkoholfreies GetrĂ€nk anzubieten, welches geschmacklich dem Bier Ă€hnelt. Neben Wasser und Malz stand noch ein natĂŒrliches Konzentrat aus Äpfeln und SĂŒĂŸholzwurzeln auf der Zutatenliste des Originalrezeptes der Dr. Scholvien GmbH & Co. Essenzenfabrik.  

Diese wurde 1985 von der Wild GmbH & Co. KG ĂŒbernommen, welche das Konzentrat weiter produzierten, bis sie an die Radeberger-Gruppe (Oetker Konzern) verkauften. 

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Im Berliner Raum ist es auch heute durchaus noch ĂŒblich, dass die Fassbrause (im Berliner Dialekt “Sportmolle” genannt) im Fass gelagert wird und gilt als “regionale SpezialitĂ€t”. 

Fassbrause heute – eine Erfolgsgeschichte 

Im Jahr 2009 verĂ€nderte ein “Marketingstreich” das VerstĂ€ndnis fĂŒr Fassbrause in Deutschland gravierend! Die Kölner Brauerei Gaffel bringt (auf Anraten des Marketing-Beraters Andreas Huse) die “Gaffels Fassbrause” auf den Markt. Bis dato war nicht nur einfach die Domain “fassbrause.de” frei und der Begriff Fassbrause außerhalb Berlins ziemlich unbekannt, sondern Fassbrause auch keine markenrechtlich schutzfĂ€hige Gattungsbezeichnung. 

Die gelĂ€ufige Assoziation mit dem Begriff “Fass” war irgendeine Verbindung mit Bier – Brause musste etwas sprudeliges sein. Und so entschied sich die Brauerei Gaffel fĂŒr eine Rezeptur aus einem alkoholfreien BiermischgetrĂ€nk mit einer natĂŒrlichen Bio-Limonade (also im Prinzip ein Radler). Man schaffte es, dass dieses zeitgenössische ErfrischungsgetrĂ€nk durch geschicktes Marketing und einer guten Prise “zur richtigen Zeit am richtigen Ort” (der Bierabsatz ging bereits seit Jahren zurĂŒck) alleine innerhalb des ersten Jahres schon 15% des Gesamtabsatzes der Brauerei erreichte!  

Dieser Siegeszug blieb natĂŒrlich nicht unbeachtet – mittlerweile bieten sehr viele Brauereien ebenfalls eine Fassbrause an, um ein attraktives und lukratives alkoholfreies GetrĂ€nk anbieten zu können.  

Die meisten der heutigen Fassbrausen sind also BiermischgetrÀnke und somit keine Limonaden mehr. 


10 Fanta Fun Facts!

Wusstest Du, dass Fanta je nach Land verschiedene Geschmacksrichtungen rausbringt? Und dass die gleiche Geschmacksrichtung je nach Land in Geschmack und Farbe variieren kann?

Hier ein paar FANTAstische Fakten:

Die weltweit erste FANTA kommt 1941 auf den Markt und zwar in Deutschland! Da die Einfuhr von Coca-Cola zu dieser Zeit problematisch ist, wird eine Alternative gesucht, die in Deutschland produziert werden kann. Das Ergebnis ist eine Limonade auf Basis von Molke und Apfelfruchtfleisch.

Japan ist das Land mit den meisten Geschmacksrichtungen – seit der EinfĂŒhrung 1958 kamen ĂŒber 100 verschiedene Geschmacksrichtungen raus! Die Konsumenten in Japan wĂŒnschen sich große Abwechslung und so kommen auch ausgefallene Sorten wie “FANTA Muscat” auf den Markt.

In Australien gibt es spezielle Sorten: “Sour Tingle” (engl. fĂŒr “saures Prickeln”) die nach sauren Beeren schmeckt und “Strawberry Sherbet” (Erdbeer-Sorbet). Beide Sorten zeichnen sich wohl auch durch ein stark prickelndes Erlebnis aus!

In Thailand ist Fanta Orange farblich viel intensiver Orange als in Deutschland, da sie so bei den ThailÀndern besser ankommt!

FĂŒr Griechenland wird seit 20 Jahren extra FANTA Orange Blue produziert. Eine Orangenlimonade in blauer Flasche, die keine KohlensĂ€ure hat.

In China gibt es 8 verschiedene Geschmacksrichtungen – u.a. Pineapple, Watermelon, Peach und natĂŒrlich Orange.

In RumĂ€nien hat sich “FANTA Shokata” durchgesetzt, die nach sĂŒĂŸer HolunderblĂŒte und Zitrone schmeckt und sich nach und nach im SĂŒdosten Europas durchsetzt.

In SĂŒdafrika ist FANTA Orange am beliebtesten, aber ebenso farblich intensiver und auch sĂŒĂŸer als in Deutschland.

FANTA Mango sollte in Deutschland eigentlich nur eine limitierte Variante sein, aber die Verbraucher haben sich an FANTA gewendet und eine dauerhafte MarkeinfĂŒhrung erreicht.

In Indonesien ist Strawberry die beliebteste Geschmacksrichtung.


Welche Zutaten sind in der Limonade?

Grob zusammengefasst besteht die Limonade aus:

  • Wasser
  • Aromaextrakte und/oder Aromastoffe
  • Zucker
  • CitronensĂ€ure

Als Wasser darf Trinkwasser, natĂŒrliches Mineralwasser, Quell- und/oder Tafelwasser verwendet werden.

Wasser

Bei den geschmacksgebenden Zutaten ist die Auswahl an Aromastoffen schier grenzenlos, weswegen wir uns an einer Vielzahl von Geschmacksrichtungen erfreuen können!

Limonaden können auch natĂŒrliche Fruchtbestandteile wie Fruchtsaftkonzentrat, Fruchtmark oder Fruchtmarkkonzentrat enthalten. Wenn sie allerdings mit Fruchtsaftanteil hergestellt werden, dann gibt es Richtwerte, wie viel Fruchtanteil MINDESTENS enthalten sein mĂŒssen:

  • Bei Limonaden aus ZitrussĂ€ften mindestens 3% Fruchtsaftanteil.
  • Bei Limonaden aus Kernobst oder TraubensĂ€ften mindestens 15% Fruchtsaftanteil.
  • Bei allen weiteren SĂ€ften mindestens 5% Fruchtsaftanteil.

Den maßgeblichen Unterschied zu anderen ErfrischungsgetrĂ€nken macht der Zuckergehalt. Eine Limonade weist mindestens 7% Gesamtzuckergehalt auf. Die SĂŒĂŸe kommt zum Beispiel aus Fruchtzucker, Fruktose, Agavendicksaft, Saccharose (Haushaltszucker), Glucosesirup oder auch zuckerfreien SĂŒĂŸungsmitteln.

Darf eine Limonade noch weitere Inhaltsstoffe enthalten?

Definitiv – das Feld ist hier sehr weit bestellt! Die Grundzutaten können wahlweise durch folgende Inhaltsstoffe ergĂ€nzt werden:

  • Koffein
  • Zuckercouleur
  • Molkeerzeugnisse
  • Beta-Carotin, Riboflavin und fĂ€rbende Lebensmittel
  • AuszĂŒge der Ingwerwurzel (Ginger Ale und Ginger Beer)
  • Bitterstoffe wie z.B. Chinin (fĂŒr Bitterlimonaden wie Tonic Water)

Herstellung von Limonade

Die industrielle Herstellung von Limonade ist sehr einfach, lĂ€uft voll automatisiert ab und ist recht unspektakulĂ€r. Der Grundzutat Wasser wird mittels Pumpe KohlensĂ€ure (Kohlendioxid) zugesetzt und dann mit dem Limonadengrundstoff (natĂŒrliche Aromastoffe oder Fruchtsaftkonzentrate sowie CitronensĂ€ure) und mit SĂŒĂŸungsmittel (mind. 7% Zuckeranteil) vermischt.

Das Verfahren, wie man Wasser mit KohlensĂ€ure versetzt, geht auf Jacob Schweppe zurĂŒck, dem spĂ€teren GrĂŒnder von Schweppes.

Zuletzt wird das Limonaden-GetrĂ€nk in Dosen oder Flaschen abgefĂŒllt und verpackt.
FĂŒr die nicht-industrielle Herstellung gibt es viele leckere und einfache Limonaden-Rezepte – ein paar haben wir fĂŒr Dich zusammengestellt!

Herstellung von Limonade
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Limonade selber machen – Rezepte

Der Klassiker: Die amerikanische Zitronenlimonade

Wer hat nicht schon mal einen Film geguckt, in dem Kinder einen Limonaden-Stand am Straßenrand eröffnen? Serviert wird klassische selbst gemachte Zitronenlimonade – die ist auch einfach kinderleicht zubereitet!

Zutaten fĂŒr ca. 1,3 Liter Limonade:

  • 100 g Zucker
  • Ca. 6 EiswĂŒrfel
  • 250 ml frisch gepressten Zitronensaft
  • 1 Liter Wasser

Zubereitung:

Einfach alles zusammen in einen Mixer packen und durchmixen – fertig! Dank der EiswĂŒrfel kann man diese einfache und erfrischende Limonade dann auch direkt genießen 😊

Damit es schöner aussieht kannst Du noch ein paar Zitronenscheiben in die Limonade geben oder an den Rand des Glases stecken.

Lemonade
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Limetten-Minz-Limonade
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Limetten-Minz-Limonade

Limetten haben im Vergleich zu Zitronen nicht nur den typisch sauren Zitrusfrucht-Geschmack, sondern sind wĂŒrziger. Sie erinnern uns geschmacklich an karibische Orte… In Kombination mit der erfrischenden Minze schmeckt diese Limonade ein wenig wie der Mojito-Cocktail – aber natĂŒrlich ohne Alkohol!

Zutaten fĂŒr 1 Liter Limonade:

  • 40g Zucker
  • 400 ml frisch gepresster Limettensaft (ca. 10 Limetten)
  • Saft von 2 Zitronen
  • 500 ml Wasser
  • Ein großes Bund frische Minze
  • EiswĂŒrfel und Limettenscheiben zum Garnieren

Zubereitung:

ZunĂ€chst stellst Du einen Minzsirup her, indem Du 200 Milliliter Wasser mit dem Zucker und den MinzblĂ€ttern (ein paar zum Garnieren ĂŒbriglassen) in einem Topf bei mittlerer Hitze kurz köcheln lĂ€sst. Der Zucker sollte sich vollstĂ€ndig auflösen. Den Sirup hinterher abkĂŒhlen lassen.

Aus dem abgekĂŒhlten Sirup anschließend die MinzblĂ€tter entfernen, das restliche Wasser sowie den Limetten- und Zitronensaft dazu geben und die fast fertige Limonade anschließend fĂŒr mindestens eine Stunde in den KĂŒhlschrank stellen.

Zum Servieren EiswĂŒrfel, MinzblĂ€tter und Limettenscheiben in einen Krug oder direkt ins Glas geben – Erfrischung genießen!

Ingwer-Zitronen-Limonade

Du möchtest ein bisschen SchÀrfe ins Spiel bringen? Dann probiere doch mal diese erfrischende Ingwer-Zitronen-Limonade, mit der du ganz nebenbei auch noch ein bisschen was Gesundes zu dir nimmst!

Zutaten fĂŒr 1 Liter Limonade:

  • 160g frischen Ingwer
  • 2 Zitronen (Bio)
  • 6 EL brauner Zucker
  • 1 L Wasser

Zubereitung:

Ingwer schĂ€len und ca. 8 Scheiben abschneiden und zur Seite legen. Den Rest möglichst fein reiben. Die Schale der gewaschenen Zitronen abreiben, mit dem geriebenem Ingwer und dem Zucker vermischen und am besten mit einem Mörser schön zerdrĂŒcken.
Die Zitronen pressen und den Saft zusammen mit dem Wasser zu der Zitronenschalen-Ingwer-Mischung geben und eine halbe Stunde im KĂŒhlschrank ziehen lassen. Anschließend die Limonade durch ein feines Sieb gießen und filtern.
Die Ingwerscheiben auf ein Schaschlik-Spieß stecken und in die Limonadenflasche geben.

Je nach Temperatur kann man die Limonade jetzt noch weiter im KĂŒhlschrank lagern oder – fĂŒr ganz Ungeduldige – mit EiswĂŒrfeln runter kĂŒhlen!

Ingwer-Zitronen-Limonade
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Waldbeeren-Limonade - schön Rot wie die Liebe
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Waldbeeren-Limonade – schön Rot wie die Liebe

Du suchst nach einem optischen Hingucker und einer fruchtigen Erfrischung mit Beerengeschmack? Dann ist diese Limonade sicherlich perfekt! Du kannst sie ĂŒbrigens je nach Lust und Laune (oder Beeren-VerfĂŒgbarkeit) mit Himbeeren oder Brombeeren oder auch einer Beerenmischung herstellen.

Zutaten fĂŒr ca. 1,5 Liter:

  • 500 g Beeren
  • 250 g Zucker
  • 3 Limetten
  • 3-4 Stiele Minze
  • 1,5 L Wasser (still oder sprudelnd)

Zubereitung:

ZunĂ€chst stellst du einen Sirup als Basis fĂŒr die Limonade her. HierfĂŒr den Saft von 2 Limetten mit Wasser auffĂŒllen, sodass Du 250 ml FlĂŒssigkeit hast. Zusammen mit den Beeren und dem Zucker in einen Topf geben und aufkochen. Vorsichtig 3-5 Minuten weiter köcheln, anschließend durch ein Sieb geben und den gewonnenen Sirup gut abkĂŒhlen lassen.

Nimm eine schöne große Glaskaraffe oder Flasche und gib den abgekĂŒhlten Sirup hinein. Die letzte Limette gut waschen, in dĂŒnne Scheiben schneiden und dazu geben. Die gewaschenen MinzblĂ€tter abzupfen und ebenfalls in die Karaffe geben. Alles zusammen mit Mineralwasser oder stillem Wasser auffĂŒllen und kaltstellen. EiswĂŒrfel im Glas machen die Limonade perfekt!


Kleine Labels voll im Trend – die Hipster-Limonaden

In den letzten Jahren erkennt man ganz klar einen Trend zu Nischenprodukten, Limonaden mit regionalem Bezug, ausgefallenen Geschmackssorten und einem hippen Look!

Die Produkte von Coca-Cola, Fanta und Co. Sind schließlich Standard – wenn eine Bar etwas hermachen möchte, hat man mindestens eine Bio-Limonade und/oder eine „Craft-Limonade” im Sortiment. Sobald man sie im Rewe bekommt, ist sie eigentlich schon wieder out 😉 Die Verbraucher suchen mehr und mehr nach ausgefallenen Limonadensorten wie Pfirsich-Thymian, Pflaume-Kardamom, Basilikum-Ingwer oder Wassermelone.

Hipster Limonade
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Hipster Limonade
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Je nach Zielgruppe sind handwerklich anmutende Flaschendesigns und natĂŒrliche Limonadenfarben gewĂŒnscht oder möglichst schrille Flaschenformen, Etiketten und GetrĂ€nkefarben. Der Kampf um die Verbraucher ist hart – der Mark ist voll mit tollen Produkten – und deswegen ist das GeschĂ€ft mit der Limonade kein einfaches! Ohne gutes Marketing oder Kontakte zur Szenegastronomie ist es schwer, Gewinne einzufahren.

FĂŒr uns als Verbraucher ist die Situation natĂŒrlich genial: wir können in eine unendliche Geschmacksvielfalt abtauchen und uns durch aufregende Limonaden durchprobieren!


Limostand in Kinderhand

Was in den USA seit vielen Jahren anscheinend Tradition ist, wĂŒrde bei uns in Deutschland sehr schnell das Ordnungsamt anlocken: Kinder bauen vor dem Haus einen kleinen Verkaufsstand auf und bieten dort ihre selbst zubereitete Limonade an, um sich ein bisschen Taschengeld zu verdienen.

Wir kennen es aus amerikanischen Filmen und Serien und sogar von Lucy und Charlie Brown: ein von Kindern gefĂŒhrter Limonadenstand, der oft noch richtig schön dekoriert und fast schon professionell anmutend ist. Doch was vielleicht in den 70er oder 80er Jahren noch problemlos machbar war, kann heute – auch in den USA – zu rechtlichen Problemen fĂŒhren. Wenn die Kinder keine Genehmigung haben, mĂŒssen sie oft alles wieder einpacken. Schlimmstenfalls droht sogar ein Bußgeld.

Damit Kinder in den USA endlich wieder sorgenfrei Limonade verkaufen können, wurde ein “Lemonade Freedom Day” ins Leben gerufen, der am jeweils 20. August stattfindet. Um die Kinder zu unterstĂŒtzen, wird dazu aufgerufen, an diesem Tag einen Limonaden-Stand vor der eigenen HaustĂŒre aufzubauen. 

Limostand in Kinderhand
© Africa Studio – stock.adobe.com
Limostand in Kinderhand
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Im Jahr 2018 grĂŒndet der Konzern “Kraft Heinz” unter der Marke “Country Time” sowas wie eine Rettungs-Organisation fĂŒr Limonaden-StĂ€nde unter Kinderhand. Die Organisation gibt rechtlichen Beistand und ĂŒbernimmt zusĂ€tzlich anfallende Kosten, die auf die Kinder zukommen, wenn Sie einen Limonadenstand betreiben möchten.

Die Aktion ging natĂŒrlich durch die Medien und schlug hohe Wellen, was letztendlich dazu fĂŒhrte, dass Gesetze geĂ€ndert wurden!

Am 20. MĂ€rz 2019 erlĂ€sst Texas ein Gesetz, was es ab sofort allen Kindern erlaubt Limonade in VorgĂ€rten oder öffentlichen Parks zu verkaufen, ohne dafĂŒr vorher eine Genehmigung einholen zu mĂŒssen oder hinterher gar Steuern zu zahlen.